02.05.2006

Stundenlange Bergungsarbeiten nach Lkw-Crash

Am Donnerstag morgen ging auf der A 71 zwischen Oberhof und der Anschlussstelle Gräfenroda nichts mehr: Ein umgekippter Sattelauflieger, in den zwei weitere Fahrzeuge auffuhren, verursachte eine Vollsperrung Richtung Erfurt über mehrere Stunden.

Gegen 3.30 Uhr in der Frühe verlor ein 43-jähriger Lkw-Fahrer aus noch ungeklärten Gründen kurz vor der Abfahrt Gräfenroda die Gewalt über sein Fahrzeug und raste die Böschung hinauf. Die Zugmaschine wurde dabei vom Sattelauflieger abgerissen und überschlug sich. Der Anhänger, beladen mit Lebensmitteln, kippte um und blieb quer auf der Fahrbahn liegen.

Der Fahrer wurde eingeklemmt und schwer verletzt. Ein hinter dem Lastzug befindlicher Seat-Fahrer, 24 Jahre alt, konnte in der Folge nicht mehr ausweichen und knallte in den liegenden Auflieger. Er wurde ebenfalls schwer verletzt.

Kurz drauf krachte es ein weiteres Mal. Ein Lkw-Fahrer übersah die Unfallstelle und rammte beide Fahrzeuge. Der 22-Jährige wurde leicht verletzt. Kopfschütteln und Staunen bei den Bergungskräften von Autobahnmeisterei, Abschleppdienst und Technischem Hilfswerk. „Das die da noch rausgekommen sind, war pures Glück“, so einer der Bergungshelfer vor Ort. Der Pkw-Fahrer, der sein Auto noch verlassen haben soll, hätte den seitlichen Aufprall des zweiten Lkw wohl nicht überlebt – sein Auto ist nur noch unerkennbarer Schrott..

Und es hätte noch schlimmer kommen können: Rund 30 Meter vor der Unfallstelle kam ein Schwertransporter mit einem Begleitfahrzeug gerade noch zum Stehen. Auf der Ladefläche – ein Panzer der Bundeswehr. Wenn der auch reingekracht wäre... Doch auch so hatten die Bergungskräfte reichlich zu tun.

Nach dem Freischneiden und der Erstversorgung des eingeklemmten Lkw-Fahrers, der wenig später zusammen mit den anderen Verletzten ins Ilmenauer Krankenhaus gebracht wurde, konnte mit dem ersten Aufräumen begonnen werden. Der bananenförmig zusammengequetschte Seat und die total zerstörte Zugmaschine des ersten Lkw wurden abgeschleppt. Im Anschluss wurde mit der Bergung des quer auf beiden Fahrbahnen liegenden Kühlanhängers begonnen.

Vier Stunden lang wurden Frischkäse, Wurst und andere verderbliche Lebensmittel von gut einem Dutzend THW-Helfern per Hand auf Paletten verladen und abtransportiert. Zeitgleich wurde der ausgelaufene Diesel, der sich bereits großflächig verteilt hatte und in den Randstreifen eingedrungen war, mit Bindemitteln aufgenommen.

Der Ortsverband Suhl war von 5.50 Uhr bis ca. 17.30 Uhr im Einsatz. Eingesetzt wurden:

  • MTW, 2. TZ
  • Gkw 1, 1- TZ
  • Kipper, FGr. Räumen
  • Kipper, ÖGA
  • Ladebordwand, FGr. Logistik

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